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Ein Interview mit Christian Heise (Never Enough Skateshop)

Ein Interview mit Christian Heise (Never Enough Skateshop)

schdmnn

16. September 2015

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Am 24.09.2015 feiert der „Never Enough Skateshop“ die Eröffnung seines ersten Geschäfts. Und zwar hier bei uns im HdO. Aber was ist das überhaupt für ein Laden? Ein Skateboard-Laden, schon klar. Aber das Team von „Never Enough“ macht viel mehr als nur Skateboards und Zubehör verticken. Ich habe mich mal hingesetzt und mich (per Mail) mit Geschäftsführer Christian Heise unterhalten, der so nett war, meine ganzen Fragen zum Thema Skateboards und Skate-Contests zu beantworten (denn mal ehrlich, ich kann nicht behaupten, dass ich eine Expertin bin).

 

Wie bist du aufs Skateboarden gekommen?
Im Alter von 11 Jahren bin ich auf das Skateboard gekommen. Zu dieser Zeit ist in meinem alten Wohnort in Ahlen fast jeder geskatet. Es gab eine riesige Skateszene und das benachbarte Münster war damals das Skateboard Mekka in Europa. So kam ich immer wieder in Kontakt mit anderen Skatern, das hat mich fasziniert. Zu Ostern habe ich dann das erste Komplettboard aus dem Kaufhaus bekommen von meinen Eltern, ab da gab es kein Zurück mehr. Wenig später Anfang der 90er ging das Skaten dann aber rasant in den Keller. Dies war zu dieser Zeit aber mein Vorteil, da mir viele Leute ihren alten Skatekram überlassen haben. Einige Jahre bin ich dann fast allein gefahren. Mit der Zeit habe ich leider einige Szenen in verschiedenen Städten kommen und gehen sehen.

Ich habe online ein paar Videos von dir und deinem Team bei den Meisterschaften gesehen und ich muss sagen, eure Stunts sehen wirklich cool aus. Wie lange hast du gebraucht, um so gut zu werden? Beziehungsweise wie lange würde ein Newcomer brauchen, um diese Tricks zu lernen?
100_0531Es kommt ganz darauf an wie viel Zeit und Aufwand man investiert. Ich fahre seit über 20 Jahren Skateboard. Hatte auch kurze Phasen in meinem Leben als ich mal etwas weniger gefahren, aber ich versuche fast jeden Tag zu fahren, wenn es das Wetter und meine Zeit zulassen. Man braucht viel Geduld, Ausdauer, Motivation und Disziplin, um wirklich gut zu werden. Einige Jahre sind dafür schon notwendig. Der Erfolg macht es aber dann umso wertvoller. Mit Hilfe und nützlichen Tipps von guten Skatern geht es etwas schneller und einfacher, aber man sollte nie vergessen, dass man selbst sein bester Trainer ist.

Wie weit im Voraus fangen du und dein Team an, für eine Meisterschaft/einen Wettkampf zu trainieren?
Unser Never Enough Team hat viele verschiedene Skater, die sehr vielfältig und in den verschiedensten Styles (Disziplinen) fahren, von Freestyle, Rampen oder Street ist alles dabei. Daher sind die Ansprüche an Contests sehr verschieden. Fast alle Teamfahrer sind aber glücklicherweise täglich mit den Board unterwegs. In den letzten Jahren haben sich einige Teamfahrer wie zum Beispiel Johannes Riedel, Sebastian Heupel, Erwin Shuvit, Callum Bowran oder Albert Kuncz sehr gut mit ihrem Skaten entwickelt, ihren eigenen Style entwickelt und sehr erfolgreich an vielen Wettbewerben auf der ganzen Welt teilgenommen. Die Entwicklung macht mich sehr stolz, denn es ist gut zu sehen wie das Team in den Jahren gewachsen ist. Ich persönlich fange meist im Winter an und trainiere Contest Runs bis in den Sommer hinein. Für eine anspruchsvolle Freestyle Kür, die fehlerfrei laufen soll, braucht es etwa ein Jahr intensives Training.

Was ist das Beste an den Wettkämpfen?556490_445313892157055_264502970_n
Mit Sicherheit das ganze Drumherum. Mit den Jahren kennt sich die ganze Szene gut und es ist wirklich sehr familiär geworden. Ich habe dadurch in den vergangenen Jahren viele Freunde aus der ganzen Welt kennengelernt. Diese Zeit ist wirklich sehr wertvoll. Das Reisen und die Erlebnisse zu den Contest ist ein erfreulicher Nebeneffekt. Die Ergebnisse sind daher für die meisten zweitrangig. Ich bin zufrieden wenn mein Skaten für mich in Ordnung war und ich meine persönliche Zielsetzung erreicht habe. Zum Sieg gehört auch immer ein wenig Glück.

Was hat dich und dein Team dazu gebracht, nach über sieben Jahren als Online-Shop einen Laden an einem festen Standort zu eröffnen?
Der „Never Enough Skateshop“ war bisher ein reiner Online Shop, auf Messen und Contests waren wir schon oft mit einem Stand und Produkten vertreten. Wir möchten noch näher am Kunden sein und unsere Erfahrung und Kompetenz persönlich weitergeben. Den Online Shop wird es natürlich rund um die Uhr weitergeben, dennoch versprechen wir uns aber auch ein Anlaufpunkt für die Szene in Brandenburg und Umgebung zu werden, mehr Aktivitäten gemeinsam auf die Beine zu stellen, der wachsenden Nachfrage vor Ort gerecht zu werden und noch mehr Leute für diesen Sport zu begeistern.

Warum hier in Brandenburg/Havel und nicht zum Beispiel in Berlin? Ist dort die Nachfrage nicht viel größer?
Brandenburg war immer unser Ausgangspunkt, denn wir sind bereits seit vielen Jahren gut mit der Szene in der Stadt durch gemeinsame Projekte wie zum Beispiel der anstehenden Rollsporthalle, dem jährlich stattfindenden „Broken Boards Contest“ und vielen weiteren Projekten gut vernetzt und unterstützen diese selbstverständlich wo es nur geht. Das Bewusstsein vieler Einwohner für diese schöne Stadt hat sich mittlerweile sehr zum Positiven entwickelt. Es gibt einige Projekte die gute Perspektiven aufweisen für unsere Gesellschaft. Auch wir wollen unseren Teil dazu beitragen. Generell bin ich der Meinung lieber selbst etwas Cooles vor Ort zu schaffen als selbst an einen coolen Ort zu gehen. Das Angebot der Rollsport Anlagen in der Stadt ist aber noch verbesserungswürdig, bleibt zu hoffen, dass sich diese Situation sehr bald verbessert.

Die Skateboards, die ihr online und jetzt auch hier in Brandenburg verkauft, sehen alle unterschiedlich und teilweise echt extravagant aus. Habt ihr einen extra Skateboard-Designer oder fallen euch die Designs einfach so zwischendurch ein?
Das ist natürlich kein Zufall und bewusst so gewählt. Die Vielfalt unserer Produkte entspricht der langen Erfahrung, Nachfrage und Innovationen der letzten Jahre aus unserem Haus. Das fängt beim verwendeten hochwertigem Material an, vielen verschiedenen Shapes und den Grafiken. Never Enough bietet seit vielen Jahren eigene Produkte wie Skateboards, Streetwear und Zubehör an. Durch den eigenen Herstellungsprozess ist eine hohe Qualitätskontrolle gewährleistet und die Freiheit das umzusetzen worauf wir Lust haben. Alle Produkte sind zudem durch unser Team ständig im Test. An unseren Grafiken arbeiten verschiedene Künstler aus ganz Deutschland mit unterschiedlichen Styles. Wir wollen weiterhin eine breite Produktpalette an den verschiedensten Skateboards anbieten, stets unserer Philosophie: All Style Skateboarding!

Was würdest du jemandem raten, der mit dem Skateboarden anfangen will, aber nicht so richtig weiß wie? Einfach ein Skateboard kaufen und drauflos fahren?
Wichtig ist immer, dass man sich auf dem Board wohlfühlt und das Skateboard wirklich gut funktioniert. Es spielt dabei keine Rolle, ob es ein herkömmliches Skateboard, Cruiser oder Longboard ist. An einem billigen Board verliert man schnell die Lust, da die Haltbarkeit und Funktion eher eingeschränkt sind. Außerdem sollte man zuerst sicher fahren üben, dann mit leichten Tricks anfangen und langsam darauf aufbauen. Am Anfang machen Schoner Sinn, denn sie geben Sicherheit. Wer mag, kann sich gern von uns im Shop vor Ort beraten lassen. Wir finden für jeden Einsteiger, Anfänger oder Fortgeschrittenen das passende Skateboard. Außerdem kommt man im Laden schnell mit anderen Skatern in Kontakt.

 

Hier ein kleiner Einblick in Christians Performance beim „Freestyle Skateboarding Contest 2015“ in Paderborn:

Und noch ein wenig Videomaterial der „Never Enough Skateboards Europe Tour 2013“:

 

Wenn ihr selbst skatet oder euch dafür interessiert oder einfach Christian Heise und sein Team persönlich kennenlernen und mit ihnen über ihren Shop und internationale Wettkämpfe reden wollt, solltet ihr im „Never Enough Skateshop“ in der Großen Gartenstraße 25 in Brandenburg/Havel vorbeischauen. Oder ihr kommt einfach am 24.09. ins HdO, denn hier feiern die Skater ab 20:00 die Eröffnung ihres Shops. Mehr Informationen zu der Eröffnungsparty gibt es hier: http://jukufa.de/?event=never-enough-skateshop-grand-opening-jam.

 

Abschließend noch einmal vielen Dank an Christian für die Beantwortung meiner Fragen. Meiner Meinung nach solltet ihr euch am 24.09. wirklich die Zeit nehmen, im HdO vorbeizukommen und die coole Truppe (siehe Videos) von „Never Enough Skateboards“ kennenzulernen.

 

„Never Enough Skateshop“ online:

http://www.nesk8-shop.de/epages/63805034.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/63805034/Categories

„Never Enough Skateshop“ bei Facebook:

https://www.facebook.com/nesk8ordie?fref=ts

„Never Enough Skateshop“ bei YouTube:

https://www.youtube.com/user/nesk8chris

Fotos (c) Christian Heise

 

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